mein Ohr

Marian Olbertz

Schwerpunkte

Otoplastik: Ich versuche nach Kundenanforderungen die perfekte Ankopplung ans Ohr zu schaffen. Das kann auch mal eine Dome- bzw. Schirmchenanpassung sein. In den meisten Fällen führt aber an einer maßgefertigten Otoplasik kein Weg vorbei. Dabei arbeite ich detailverliebt. Die moderne Fertigung mittels 3D-Drucker ist faszinierend. Leider sind die Möglichkeiten der Spezialanfertigung damit reduziert. Das 3D-Printmaterial ist ein Lichtpolymerisat, welches häufig spröde und bruchempfindlich ist. Geringe Wandstärken und starke Skeletttierungen sind damit nicht möglich. Deshalb verwende ich bei Bedarf handgefräste Acryl-Otoplastiken. Damit sind meiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Passt der Ex-Hörer in den Gehörgang meines Kunden, so kann ich auch eine entsprechende Otoplastik möglich machen!


Mess- und Anpasstechnik: Ich verfüge über die topaktuelle Affinity Compact Mess- und Anpasstechnik der Firma Interacoustics. Die Insitu-Anpassung mittels Percentilanalyse gehört bei mir zum Standard. Egal ob unterwegs beim Kunden oder stationär im Fachgeschäft: Das Affinity-System ist führend in Audiometrie, Diagnostik und Anpassung. Insbesondere in der vergleichenden Anpassung ist die Messtechnik ein wichtiges Werkzeug, um eine vergleichbare Höreinstellung zu erreichen. Wenn Sie nur die First-Fit-Einstellungen des jeweiligen Herstellers miteinander vergleichen, werden Sie nicht wirklich herausfinden können, welches für Sie das bessere Hörgerät ist. Der sogenannte Äpfel- und Birnenvergleich. Die Qualität der Hörsystemanpassung hat nichts mit der Anzahl der angepassten Hörgeräte zu tun. Hierbei gilt die Devise: Weniger ist mehr. Ich nehme mir lieber etwas mehr Zeit, um eine optimale Einstellung zu erreichen, als wild und planlos jede Woche ein neues Hörgerät anzupassen. Je präziser die Bedarfsermittlung und Zielsetzung, desto bessere Versorgungsvorschläge kann ich Ihnen unterbreiten. Im laufe der Anpasszeit lerne ich es, Ihre klanglichen Vorlieben umzusetzen.

Im-Ohr-Geräte: Eine fast vergessene Bauform. In Deutschland haben die IO-Geräte einen Marktanteil von nur ca. 5%. Jedoch stellen kleine, tief sitzende CIC-Geräte die optisch ansprechendste Hörversorgung da. Hiermit lässt sich, gut gemacht, eine nahezu unsichtbare Versorgung realisieren.

Die Gründe für den verschwindend geringen IO-Anteil sind vielfältig.

  • ein IO-Gerät kann nicht "mal eben" schnell ausprobiert werden
  • die Beratung ist zeitaufwändiger, die Anpassdauer länger
  • Hörakustiker sind häufig unsicher, wann ein IO-Gerät wirklich zu empfehlen ist, und wann nicht, es mangelt an Erfahrung
  • der Bestellvorgang und die Lieferzeit kann teilweise bis zu 4 Wochen dauern, daher unbeliebt beim Chef
  • vergleichende Anpassung verschiedener Hersteller und Preisklassen quasi nicht möglich


Auch die Hörgerätehersteller sind meiner Meinung nach nicht so richtig daran interessiert IO-Geräte in größeren Stückzahlen in den Markt zu bringen. Hierbei schildere ich jetzt meine subjektive Markteinschätzung:

  • Mehraufwand durch individuelle Fertigung und damit verbunden geringere Erlöse
  • höhere Reparaturkosten, da das Gerät nicht im Rahmen eines Reparaturtausches einfach und schnell gegen ein neues getauscht werden kann
  • zeitraubender Bestellvorgang, häufig telefonische Rücksprache nötig
  • keine Abnahme von größeren Stückzahlen auf einen Schlag möglich (Blockangebote, etc.)
  • um ein Hörgerät möglichst klein und ästhetisch zu bauen, kommt es auf Minimalismus an. Eine BLE-Empfangseinheit gibt es bei kleinen IO-Geräten quasi nicht. Dadurch sind nicht alle Features verfügbar. Der Kunde muss also Prioritäten setzen und ggf. Abstriche machen
  • ohne Bluetooth ist eine Fernanpassung bisher nicht möglich. Die Hersteller wollen aber zunehmend an Einfluss auf Ihre Produkte und Patientinnen und Patienten gewinnen. Das betrifft Apps, wie auch die Fernanpassung

Bei allen Nachteilen, es gibt auch viele Vorteile von IO-Geräten:

  • erstklassige Handwerksleistung, 100% passgenau
  • optimale Schallaufnahme durch Erhalt der Trichterwirkung der Ohrmuschel
  • natürliches Richtungshören bleibt erhalten
  • kosmetisch maximal unauffällig zu tragen
  • perfekt für Brillenträger oder kleine, bzw. eng anliegende Ohrmuscheln
  • sehr sichere Trageposition (man kann nirgends hängen bleiben)

Es sprechen also viele Gründe für IO-Geräte. Jedoch bestelle ich nichts ohne vorherige Ausprobe mit HdO-Geräten. Hierbei bekommt der Kunde die Möglichkeit sich mit der grundlegenden Funktion vertraut zu machen und man kann verschiedene Geräte vergleichend ausprobieren. Schließlich sollen Sie als Kunde auch selber entscheiden, welche Preis- bzw. Leistungsklasse sie wünschen. Das ausgewählte Gerät würde ich dann entsprechend als IO-Gerät bestellen. Somit habe ich eine wesentliche geringere Rückgaberate. Sie als Kunde können sich bei dieser Vorgehensweise 100% sicher sein, das für Sie perfekte Hörsystem zu finden.

Sprechen Sie mit mir über Ihre individuellen Vorstellungen! Mein Ohr ist für Sie offen! Ich sagen Ihnen was geht und was nicht geht.



Individualtermine und Hausbesuche: Fragen Sie mich bei Bedarf gerne nach Terminen außerhalb der Öffnungszeiten. Dies ist nach Absprache überhaupt kein Problem. Gleiches gilt auch für Hausbesuche. Ist Ihnen der Weg zu mir nach Ribnitz zu beschwerlich, dann sprechen Sie mich auf einen Hausbesuch an. Ich komme dann einfach zu Ihnen. Hierfür sind Mittwochnachmittag und Freitagnachmittag vorgesehen, aber auch zwischendurch nach Absprache jederzeit möglich.



Lautsprecher für Musik und TV: Wir schauen mehr Fernsehen, als wir es uns manchmal eingestehen wollen. Gerade in der kalten Jahreszeit gehen hier täglich gut und gerne 5 Stunden und mehr vorüber. Hörgeräteträger klagen hierbei oft über ungenügendes Sprachverstehen. Und das trotz toller Hörsysteme. Ich gehe sogar so weit: Das Problem schlechten Verstehens beim TV betrifft auch Normalhörende. Die Schauspieler sprechen überwiegend schlecht. Das Sprachverstehen geht in der Hintergrundmusik unter. Nun können wir Petitionen unterschreiben, die auf freiwilliger Basis die Filmproduktionsfirmen anhalten auf die Bedürfnisse Schwerhöriger einzugehen. Aber lassen Sie uns lieber das Problem unmittelbar anpacken, als anderen die Schuld daran zu geben. Leider muss ich immer wieder feststellen, dass die Leute zu Hause suboptimal fernsehen(hören). Es fängt an bei einem viel zu großen Abstand zwischen Sitzposition und Fernseher. Das war früher notwendig, da sonst das Flimmern der Röhre gestört hat. Daher der Begriff Flimmerkiste. In der Zeit der Flachbildfernseher wird das Bild aber ganz anders erzeugt. Einfach erklärt: Es gibt keine klassische Bildwiederholfrequenz, die ein für das menschliche Auge sichtbares Flimmern erzeugen würde. Nun kaufen sich viele ältere Leute unglaublich große Fernseher. Gut und schön, aber trotzdem sollte man bei 65 Zoll Diagonale nicht mehr als 3 Meter Abstand zum Fernseher haben. Je weiter weg Sie sitzen, desto mehr Diffusschall erreicht Ihre Ohren. Das sind die Reflexionen des Schalls an den Zimmerwänden. Ziel sollte es sein, möglichst im direkten Schallfeld zu sitzen. Das ist auch wichtig für einen schönen Stereoeffekt. Bei fast allen Flachbildfernsehern wird der Ton leider rückwärtig abgestrahlt. Der Klang ist häufig zu mittenbetont und plärrig. Dreht man etwas lauter, fängt es an zu schnarren und der Klang wird spitz. Der kleine Lautsprecher im Fernseher kommt schnell an seine Grenzen. Die Fernsehgeräte sollen möglichst flach sein. Somit ist einfach kein Platz für vernünftige Lautsprecher.

Die einfachste und gleichzeitig effektivste Aufwertung Ihres (vorhandenen) Fernsehers ist die Ergänzung mit separaten Aktivlautsprechern.

Sie nutzen bereits Zusatzlautsprecher oder haben eine Soundbar? Sehr gut! Lesen Sie ruhig trotzdem weiter.

Nutzen Sie ein 5.1- oder 7.1-System? Kann man machen. Leider ist der Surroundeffekt eher hinderlich für das Sprachverstehen. Überwiegend wird bei solchen Systemen die Sprache über den Centerlautsprecher wiedergegeben. Achten Sie hierbei auf optimale Positionierung. Grundsätzlich empfehle ich KEINEN Subwoofer zu nutzen, sondern stattdessen möglichst breitbandige Lautsprecher, die einen Subwoofer überflüssig machen. Hier gibt es Systeme, die bis 45 Herz spielen. Bedenken Sie bitte auch, bei aller Kinoatmosphäre, die Aufwärtsmaskierung ist der Tod des Sprachverstehens. Tiefbass ist toll, aber für das Sprachverstehen irrelevant. Tiefe Töne können gleichzeitig vorhandene, für das Sprachverstehen extrem wichtige, hohe Töne verdecken. Das ist die hauptsächliche Ursache, warum wir im Lärm schlechter verstehen. Dieses Phänomen betrifft Schwerhörige stärker, da hier häufig schon Verstehprobleme bei Gesprächen in ruhiger Umgebung auftreten. Wenn Sie trotzdem nicht auf Bassdruck verzichten wollen, ich habe natürlich trotzdem schöne "Basstrommeln" im Angebot. Man kann auch, je nach Einsatz, ggf. den Basspegel etwas herunterregeln. Viele Fernseher bieten zudem diverse Klangeinstellungen, die den Freuquenzgang je nach Einsatzzweck verändern.

Ich habe verschiedene Lautsprechervarianten für Sie in meinem Fachgeschäft zum Probehören vorbereitet. Idealerweise benötigen Sie keine weitere Fernbedienung, die Lautsprecher haben eine automatische Ein- und Ausschaltung und lassen sich dezent in Ihrer Wohnwand integrieren. Auf Wunsch können wir auch eine Automatik-Steckerleiste verbauen, damit bei Nichtnutzung alle Geräte stromlos sind. Die genaue Anschlusskonfiguration bespreche ich mit Ihnen im Vorfeld, bzw. im Rahmen der Vor-Ort-Installation bei Ihnen zu Hause. Sie brauchen Sich um nichts weiter zu kümmern!

Betrachten Sie meine Lautsprecherlösungen bitte als Ergänzung zu einer Hörgeräteversorgung. Diese soll keinesfalls dadurch ersetzt werden. Schließlich sitzen Sie (hoffentlich) nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher!

Akustikelemente: Der moderne und klare Einrichtungsstil ist hübsch anzusehen. Keine Tapete, harte Böden, hohe Decken, große Fensterflächen, offene und große Zimmer, offene Küchen, keine Vorhänge, keine Polstermöbel, kein Teppich.

Nun gilt aber auch: Wenig muss man sich leisten können!

Was heißt das? Durch den Einrichtungsminimalismus (sprich: keine Einrichtung) erreiche ich viel stärkeren Hall im Zimmer. Jegliche glatte und harte Flächen reflektieren den Schall. Und Hall ist hochgradig schädlich für das Sprachverstehen. Es klingt quasi wie im Hausflur. Das ist sicherlich etwas übertrieben, veranschaulicht aber das Problem. Hallige Räume sorgen zudem bei vielen Menschen für Unwohlsein. Auch wenn Sie nur einige der oben aufgezählten Punkte bejahen können, der Hall in einem Raum hängt auch mit der Bausubstanz zusammen. Grundsätzlich gilt aber: Man kann einen Raum nicht überdämmen. Das heißt, je mehr Flächen, den Schall schlucken, desto besser. Bedenken Sie, Ihre Wohnung ist kein Konzertsaal oder Klassenzimmer, wo ein gewisser Hall erwünscht ist. Sie wollen sich wohl fühlen, auch mit mehreren Leuten leise und angenehme Unterhaltungen führen. Dafür ist Schallabsorption enorm wichtig. Die besten und teuersten Hörgeräte, der größte und tollste Fernseher, nützt alles nichts, wenn Ihr Wohnzimmer die Akustik einer Turnhalle hat. Lassen Sie uns gemeinsam (am Besten bei Ihnen vor Ort) überlegen, welche Raumakustikmaßnahmen wir ergreifen wollen. Die effektivste und gleichzeitig dezenteste Maßnahme sind sogenannte Akustiksegel. Das sind Schaumstoffplatten, abgehängt an der Zimmerdecke, die den Schall schlucken. Ich habe einige Akustikbausteine bei mir lagernd, welche ich Ihnen gerne leihweise überlasse. Ähnlich des Probetragens meiner Hörsysteme in Ihrem vertrauten Umfeld, können Sie so auch Akustikelemente zu Hause testen. Die Kombination aus Lautsprechern und Akustikaufwertung ist sehr empfehlenswert. Sprechen Sie mich gerne darauf an und lassen Sie sich beraten!




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